Astro Gamma-Spiegel Details

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Spieglein, Spiegel, Gamma Teleskop auf La Palma -

Mit 17 Meter im Durch­mes­ser nicht gera­de klein für einen Astro Spie­gel. Er ist eines der ers­ten Gam­ma­strah­len Tele­sko­pe mit dem Namen MAGIC II und steht für “Major Atmo­s­phe­ric Gam­ma-Ray Ima­ging Che­ren­kov Tele­scopes”. Mit sei­nem bau­glei­chen Bru­der dem MAGIC I wur­de im Jah­re 2004 bzw. 2009 auf dem Roque de los Much­achos die Suche nach den Gam­ma Ele­men­tar­teil­chen auf­ge­nom­men.

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Spie­gel des MAGIC II Tele­skop

Der polier­te Spie­gel zeigt die Hal­te­kon­struk­ti­on des in unmit­tel­ba­rer Nähe ste­hen­den Part­ner­mo­dell MAGIC I. Durch die Hohl­form der Schüs­sel steht alles auf dem Kopf. Die Erde mit Pflan­zen oben und der Him­mel unten – eine ver­kehr­te Welt.

Es sind ein­zel­ne Spie­gel­ele­men­te, die mit eige­nem Stell­mo­tor jedes Seg­ment geson­dert aus­rich­ten kön­nen. Ein Spie­gel am Stück wäre zu gro­ßen ther­mi­schen Belas­tun­gen aus­ge­setzt und wür­de nur ver­zerr­te Streu­bil­der lie­fern. Eine Tech­nik die sich bei allen moder­nen Groß­te­le­sko­pen durch­ge­setzt hat. Nicht nur die Gam­ma­strah­len-, son­dern auch die nor­mal opti­schen Tele­sko­pe, wie etwa das welt­größ­te GRANTECAN in der Nach­bar­schaft, ist so auf­ge­baut.

Warum ist ein Loch in der Mitte der Astro Schüssel?

Kein Durch­guck, aber Platz für eine Kame­ra die auf den Sen­sor im Aus­le­ge­arm aus­ge­rich­tet ist. Sie dient der Fein­jus­tie­rung des Haupt­sen­sor (auch eine Art Kame­ra). Von dort gehen die gesam­mel­ten Infor­ma­tio­nen über ein spe­zi­el­les Lich­fa­ser­ka­bel in das Kon­troll­ge­bäu­de.

Die ton­nen­schwe­ren Hal­te­kon­struk­tio­nen stam­men bei allen bis­her auf dem Roque de los Much­achos auf La Pal­ma erbau­ten Che­ren­kov-Tele­sko­pen aus Deutsch­land. Das soge­nann­te MERO-Kno­ten­sys­tem, ein paten­tier­tes Ver­fah­ren und erfun­den von Dr. Men­ge­ring­hau­sen. Ob bei den zwei MAGIC oder dem neu­en japa­ni­schen 23-Meter CTA-Tele­skop, hier ist Made in Ger­ma­ny im Ein­satz.

Die Spie­gel wer­den getra­gen von einer beson­ders leich­ten und wider­stands­fä­hi­gen Koh­le­fa­ser­struk­tur. Dank eines leis­tungs­fä­hi­gen Antriebs­sys­tems kann das Tele­skop inner­halb von 40 Sekun­den jeden Punkt am Astro Him­mel anvi­sie­ren, um die mys­te­riö­sen kur­zen Gam­ma­strah­lungs­blit­ze („Gam­ma Ray Bursts“) auf­zu­zeich­nen und zu mes­sen.

Die gro­ßen Spie­gel sind Wind und Wet­ter aus­ge­setzt. Knal­li­ge Son­ne, Regen und Stür­me bis 160 km/h. So kon­stru­iert, dass auch extre­men Wet­ter­be­din­gun­gen sie nicht davon wehen oder grö­ße­re Schä­den ver­ur­sa­chen kön­nen. Bis­her haben die 17-Meter MAGIC-Tele­sko­pe meh­re­re Wet­ter­ka­prio­len in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits über­lebt. Auch Frost­pe­ri­oden in den Win­ter­mo­na­ten wur­den gut über­stan­den.

Ein War­tungs­team sorgt für die regel­mä­ßi­ge War­tung, Aus­tausch von “blin­den” Seg­men­ten und die Rei­ni­gung der Spie­gel.

Ein inter­na­tio­na­les Kon­sor­ti­um bau­te und betreibt die MAGIC-Tele­sko­pe. Rund 150 Wis­sen­schaft­ler von Insti­tu­ten aus Deutsch­land, Ita­li­en, Spa­ni­en, der Schweiz, Polen, Finn­land, Kroa­ti­en, Bul­ga­ri­en und den USA sind betei­ligt. Das Max-Planck-Insti­tut für Phy­sik in Mün­chen nimmt inner­halb von MAGIC eine füh­ren­de Rol­le ein. Außer­dem die Uni­ver­si­tä­ten Würz­burg (hier traf ich zwei Lands­leu­te) und Dort­mund sowie das Deut­sche Elek­tro­nen-Syn­chro­tron DESY am Stand­ort Zeu­then.

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