El Hierro Erdbebenstatistik im Vergleich

Die El Hierro Erdbebenstatistik zeigt Unterschiede zu Island auf.

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ScreenShot004Die jüngs­ten Beben der ver­gan­ge­nen Tage unter El Hier­ro lagen bei einem Maxi­mum von ML2,1 – sie­he IGN Gra­fik oben. Auch der stärks­te Erd­stoß vom Dezem­ber 2014 erreich­te “nur” ML5.1. Im Ver­gleich zu Island waren das noch beschei­de­ne und sel­ten auf­tre­ten­de Stark­be­ben. Aller­dings hat­te das Dezem­ber Beben auf El Hier­ro schon erheb­li­che Erd­rut­sche und Stein­schlag ver­ur­sacht. Auf Island gehö­ren seit 4 Wochen Beben von mehr als ML5,0 zum Tages­pro­gramm. So auch heu­te Mor­gen um 4.33 Uhr der ML5,2 Erd­stoß aus 10 km Tie­fe (Sie­he IMO Seis­mo­graf). Es waren bis­her über 20 Stark­be­ben bis ML5,9.

Vulkan ist nicht gleich Vulkan

Hier gibt es zwi­schen der El Hier­ro Erd­be­ben­sta­tis­tik und dem Bardar­bun­ga auf Island gra­vie­ren­de Unter­schie­de. Die täg­li­che Beben­an­zahl mit den Schwarm­be­ben ist nahe­zu mit der erup­ti­ven Pha­se 2011/12 auf El Hier­ro iden­tisch. Nur liegt die Inten­si­tät und Stär­ke der Erd­stö­ße um eini­ges höher. Auch wenn es viel­leicht zunächst nicht den Anschein hat, so beträgt der Unter­schied zwi­schen einem gemes­se­nen Beben von ML5,0 zu ML6,0 die 33 fache Stei­ge­rung. Die Erhö­hung der Magnitu­de um 1 bedeu­tet dabei eine 33-fach höhe­re Ener­gie­frei­set­zung – sie­he auch mei­ne Erklä­rung im Blog.

Und das hät­te erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die geo­lo­gi­sche Struk­tur von El Hier­ro gehabt. Fast nur hohe Ber­ge und Steil­wän­de und kaum ebe­ne Rück­zugs­ge­bie­te – dafür ist die Insel zu klein. Nicht nur die Beben­stär­ke son­dern auch die Anhäu­fung der Stark­be­ben, hät­te gro­ße Gesteins­plat­ten gelo­ckert und abge­sprengt und der Schwer­kraft ins Tal fol­gen las­sen. Mit ent­spre­chen­den Fol­gen zum Bei­spiel für die Anwoh­ner im Gol­fo­tal oder der Ost­flan­ke.

Auf Island sind wei­te Tei­le im Nord­os­ten dage­gen unbe­wohnt. Hier spielt es kei­ne gro­ße Rol­le ob Erd­rut­sche oder Lava (bis­her 33 km²) Flä­chen bede­cken. Hier sind es die Vul­kan­ga­se die auch in wei­ter ent­fern­ten Gebie­ten Men­schen bedro­hen kön­nen.

ScreenShot003Das in gro­ßen Men­gen aus­ge­sto­ße­ne Schwe­fel­di­oxid (SO2) hier auf der aktu­el­len Vedur-Kar­te rot – zieht im Augen­blick nach Nord­os­ten ab. Schon eine Rich­tungs­än­de­rung des Win­des in den bewohn­ten Bereich im Wes­ten könn­te zur Gefahr wer­den. Auf­grund der Insel­grö­ße wird es aber immer Aus­weich­mög­lich­kei­ten bei einer evtl. Eva­ku­ie­rung geben. Noch beschränkt sich die Erup­ti­on auf ein Gebiet nörd­lich der wei­ßen Eis­mas­se. Gro­ße Men­gen Was­ser sind in die­sem bis zu 600 Meter dicken Glet­scher­eis gespei­chert. Falls der Vul­kan Tei­le des Eises ab schmilzt, sind stär­ke Was­ser­läu­fe und Über­schwem­mun­gen zu erwar­ten.

Landsat20140922bNoch ist es aber nicht so weit. Das von der IMO ver­öf­fent­lich­te NASA Satel­li­ten­bild vom 22. Sep­tem­ber 2014 zeigt die Spal­ten­erup­ti­on. Über eine Län­ge von ca. 3 km hat sich der Boden geöff­net. Zwei Lava­strö­me – nach Nor­den und nach Osten – lei­ten die Lava in tie­fe­re Regio­nen. Der Glet­scher liegt hier wei­ter süd­lich und ist auf der Auf­nah­me nicht zu erken­nen.

Zwei Vul­ka­ne, aber mit unter­schied­li­cher Prä­gung. Unter El Hier­ro speist ein Hot­spot den Mag­ma­nach­schub. Er brennt sich durch eine fes­te Erd­plat­te nach oben durch und erzeugt Vul­kan­be­ben.

Island liegt dage­gen auf dem Rand von zwei Kon­ti­nen­tal­plat­ten. Die Mag­ma dringt zwi­schen den Plat­ten­gren­zen nach oben und erzeugt damit auch grö­ße­re Ver­wer­fun­gen – Fol­ge mehr und stär­ke­re Beben. Es dürf­te sich also um eine Kom­bi­na­ti­on von tek­to­ni­schen und vul­ka­ni­schen Beben han­deln.

Unab­hän­gig vom Vul­kan­typ (= Mag­ma-Zusam­men­set­zung) zeigt fast jeder Vul­kan sein eige­nes Pro­fil. Ent­schei­dend ist der geo­gra­fi­sche Stand­ort und der geo­lo­gi­sche Unter­grund. Danach baut sich dann auch das zu erwar­ten­de Gefah­ren­po­ten­ti­al für den Men­schen auf.

Wäh­rend auf El Hier­ro kaum gro­ße Sturz­flu­ten zu erwar­ten sind, wird Island kei­ne Berg­rut­sche befürch­ten müs­sen. Hier gibt es ein­fa­che Flucht­mög­lich­kei­ten, wäh­rend auf einer klei­nen Insel schon grö­ße­re Anstren­gun­gen not­wen­dig sind.

Ein Vul­kan ist und bleibt gefähr­lich und unbe­re­chen­bar. Stän­di­ges Beob­ach­ten und Kon­trol­lie­ren ändert zwar nicht sei­ne Gewalt, gibt aber etwas Zeit sich vor einer Erup­ti­on und den Fol­gen in Sicher­heit zu brin­gen.

 

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