Insel Fogo – Dörfer unter Lava begraben

Insel Fogo

Die Lava rückt auf Fogo unaufhaltsam weiter voran.

Insel FeuerWäre es nicht so trau­rig, könn­te die­se Auf­nah­me von Geo­vol als vor­weih­nacht­li­ches Stim­mungs­bild mit einem Lich­ter­meer vor einer Berg­ku­lis­se ange­se­hen wer­den. Tat­säch­lich ver­rät der auf­stei­gen­de Rauch und die Sil­hou­et­te eines Vul­kan, dass weit schlim­me­res doku­men­tiert wird. Es sind die unauf­halt­sam immer wei­ter vor­rü­cken­den Lava­mas­sen auf der Insel Fogo auf den Kap­ver­di­schen Inseln. Auch wenn sich das Dra­ma 1500 km von den Kana­ri­schen Inseln wei­ter im Süden abspielt, wird auch hier das Sze­na­rio auf der Insel Fogo auf­merk­sam ver­folgt. Es ist der glei­che Vul­kan­typ und wahr­schein­lich auch die glei­che weit­ver­zweig­te Quel­le (Hot­spot), die auch die Kana­ri­schen Inseln erschaf­fen hat. Erin­ne­run­gen an die Erup­tio­nen von 1949 und 1971 auf La Pal­ma bei denen auch ein Dorf aus­ge­löscht wur­de, wer­den wach.
Auf den Kap­ver­den wur­den bis­her zwei Dör­fer mit ehe­mals 1500 Ein­woh­nern in der Cal­de­ra um den Vul­kan Fogo bereits ver­schlun­gen. Vie­le Häu­ser in Potela und Ban­gaei­ra sind abge­brannt oder wur­den durch die Kraft der vor­schie­ben­den meh­re­re Meter hohen Lava­wand zum Ein­sturz gebracht.und zer­stört. Eine spä­te­re Rück­kehr der Bewoh­ner in ihre Dör­fer auf der Insel Fogo wird nicht mehr mög­lich sein.

Insel FeuerBereits im Jah­re 1995 muss­ten die Ein­woh­ner der Insel Fogo beim letz­ten Aus­bruch des gleich­na­mi­gen Vul­kan Fogo flüch­ten. So viel Lava wie jetzt gab es aber damals nicht … und ein Ende ist nicht abzu­se­hen. Mit rund 300 Meter pro Tag schiebt sich die Lava­mas­se vor­an und hat inzwi­schen wei­te Tei­le der Cal­de­ra-Wan­ne aus­ge­füllt. 1995 dau­er­te der Aus­bruch 56 Tage. Die jet­zi­ge Erup­ti­on bringt es gera­de auf 2 Wochen. Man darf also noch eini­ges auf der Insel Fogo Erwar­ten. Jeder Aus­bruch ver­läuft nach einem ande­ren Sche­ma. Auch wenn es kei­ne explo­si­ve Erup­ti­on ist, kann das aus­flie­ßen­de flüs­si­ge Gestein auch so gro­ße Schä­den anrich­ten und gan­ze Land­schaf­ten neu model­lie­ren. Die­se Vor­gän­ge ver­lau­fen rela­tiv lang­sam und es bleibt Zeit Orte recht­zei­tig zu eva­ku­ie­ren und sich auf den nächs­ten Schritt des Vul­kan ein­zu­stel­len.

 

 

Steht Insel Fogo noch Schlimmeres bevor ?

Insel FeuerAber auch bei aller “Gemüt­lich­keit” kann sich ab einem gewis­sen Punkt die Situa­ti­on sehr schnell dra­ma­tisch ver­än­dern. Inner­halb der nächs­ten 3 Tage erreicht die Lava­g­ren­ze den Steil­hang. Hier auf der Avcan Gra­fik (links) als gel­be Linie ein­ge­zeich­net. Dann kann der Lava­stromm wie ein Sturz­bach aus jetzt 1700 m Höhe bis zur Küs­te hin­ab­stür­zen … und das kann sehr schnell gehen. Das wäre auch nicht wei­ter schlimm, wür­de dort nicht die zweit­größ­te Stadt Mostei­ros von Fogo lie­gen. 10.000 Ein­woh­ner müss­ten eva­ku­iert wer­den. Noch zögert der Kri­sen­stab – ist sich aber der gefähr­li­chen Lage wohl bewusst.

Wohin sol­len all die Ein­woh­ner eva­ku­iert wer­den. Die Kap­ver­den sind lan­ge nicht so tech­nisch gut wie die Kana­ri­schen Inseln aus­ge­rüs­tet.
Auf El Hier­ro wur­den damals im Jah­re 2011 vom Mili­tär auf der Ost­sei­te alle Vor­be­rei­tun­gen für eine Eva­ku­ie­rung in eine Zelt­stadt getrof­fen. Bis zu 2500 Eva­ku­ier­te aus dem Gol­fo­tal hät­ten auf­ge­nom­men und ver­sorgt wer­den kön­nen.
Auf der Insel Fogo ist die vier­fa­che Per­so­nen­an­zahl betrof­fen. Das Mate­ri­al und die Logis­tik dazu dürf­te auf den Kap­ver­den (selbst. Insel­staat) aber nicht vor­han­den sein.

Noch hofft man auf ein Nach­las­sen oder Stopp der Lava­men­ge aus dem Kra­ter. Auch könn­ten die her­ab­flie­ßen­den Lava­strö­me einen ande­ren Weg neh­men. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Hof­fen wir, dass der Kri­sen­stab die rich­ti­ge Ent­schei­dung trifft.
Ich wer­de die Lage wei­ter beob­ach­ten und berich­ten.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei