Island – erste Risse in der Eisdecke entdeckt

Ers­te Spu­ren einer Erup­ti­on ?

Island

Nörd­lich des Bardar­bun­ga hat sich eine Eis­spal­te geöff­net. Wie die IMO (Foto) mit­teil­te, wur­de bei einem Kon­troll­flug der Küs­ten­wa­che ges­tern eine ca. 4 bis 6 km lan­ge und 10 bis 15 m tie­fe Spal­te im hier 400 – 600 m dicken Eis ent­deckt. Es wird ver­mu­tet, dass im Unter­grund der Glet­scher abschmilzt und die Eis­mas­sen nach­ge­ben. Grö­ße­re Was­ser­strö­me wur­den jedoch noch nicht ent­deckt.
In den ver­gan­ge­nen Tagen hat­ten sich die Beben immer wei­ter nach Nor­den in Rich­tung Vul­kan Ask­ja ver­scho­ben.

Fast 37 km wei­ter nörd­lich vom Bardar­bun­ga  hat sich das Mag­ma einen Weg gesucht (sie­he IMO Gra­fik). Hier fin­den auch die stärks­ten Beben statt. Bis zu ML5,4 am 26. August aus nur 2 km Tie­fe. Es stellt sich die Fra­ge wie stark vul­ka­ni­sche Beben anstei­gen kön­nen. Den kräf­tigs­ten Erd­stoß hat­te Island mit ML6,3 im Jah­re 2008 erlebt. Mir sind auch kei­ne Beben über ML6,5 welt­weit bei einer rein vul­ka­ni­schenAkti­vi­tä­ten bekannt. In Island ist dies jedoch geo­lo­gisch auch etwas anders als auf den Kana­ren.

Island liegt am Zusam­men­tref­fen zwei­erKon­ti­nen­tal­plat­ten (sie­he letz­ten Bei­trag). Auf der Gra­fik links ist der Beben­ver­lauf der letz­ten Jah­re (rot) mar­kiert. Es ist genau die Plat­ten­gren­ze wo Mag­ma her­vor­tritt und neue Vul­ka­ne ent­ste­hen lässt. Theo­re­tisch kön­nen hier durch die Ver­schie­bung der Plat­ten tek­to­ni­sche Beben und vul­ka­ni­sche Beben auf­tre­ten. Ein Wech­sel­spiel mit auch noch kräf­ti­ge­ren Beben ist mög­lich.
Die IMO kann nicht genau sagen, wo Mag­ma bereits unter dem Eis aus­ge­tre­ten ist. Klar ist nur, dass eine Erup­ti­on erfolg­te. Bis­lang sind außer dem Riss in der Eis­de­cke aber noch kei­ne Ober­flä­chen­spu­ren gefun­den wor­den.


Auch gibt es noch kei­ne auf­fäl­li­gen Gas­kon­zen­tra­tio­nen an der Erd­ober­flä­che. Die dicke Eis­de­cke hin­dert auch das Aus­strö­men von Schwe­fel, Heli­um oder Koh­len­di­oxid. Durch den Riss kann es jetzt aber eine Spal­te geben, aus der dann erhöh­te Gas­emis­sio­nen gemes­sen wer­den kön­nen.


Eine 3D-Simu­la­ti­on von dfmor­van (Dan­ke) ver­deut­licht den bis­he­ri­gen Beben­ver­lauf um den Bardar­bun­ga.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei