Leben auf Komet Tschuri gefunden?

Kometenoberfläche

Funde von organischen Elementen auf Komet Tschuri?.

Nach­dem die Geschich­te um die ers­te Lan­dung auf dem Komet Tschu­ri so span­nend ist, will ich noch bei die­sem The­ma blei­ben. Grund­bau­stei­ne des Lebens gefun­den. Orga­ni­sche Ele­men­te auf dem Kome­ten Tschu­ri ent­deckt.  Das war das Nach­rich­ten­the­ma ges­tern Abend. Eine Boden­pro­be-Ent­nah­me mit dem vor­han­de­nen Minia­tur­boh­rer soll den end­gül­ti­gen Beweis lie­fern.

Was wissen wir bereits vom Kometen Churyumov-Gerasimenko?

Komet Tschuri Eine ers­te Auf­nah­me vom Lan­der Phil­ae vom 12. Novem­ber 2014 vom CIVA-Kame­ra­sys­tem an Bord des Lan­ders zeigt links eines der drei Stand­bei­ne (Fotos: DLR). Die genaue Lage­po­si­ti­on des Lan­ders ist dar­auf nicht zu erken­nen. Dafür aber einen seit­li­chen Fels­bro­cken der wahr­schein­lich viel Son­nen­licht für die Solar Panels zur elek­tri­schen Ener­gie­ver­sor­gung weg­nimmt. Nur 1,5 Stun­den direk­te Son­nen­ein­strah­lung am Tag ste­hen zum Auf­la­den der Akkus auf dem Komet Tschu­ri zur Ver­fü­gung. Zu wenig um den Bord­be­trieb des Lan­der auf­recht zu hal­ten. In der ver­gan­ge­nen Nacht wur­de auto­ma­tisch auf “Schlaf­mo­dus” umge­schal­tet und die wis­sen­schaft­li­chen Gerä­te haben damit ihren Betrieb ein­ge­stellt. Ob end­gül­tig – das ist noch nicht ganz klar. Zunächst schläft Phil­ae auf dem Komet Tschu­ri. Viel­leicht kann bei wei­te­rer Son­nen­an­nä­he­rung das Modul wie­der zum Leben erweckt wer­den.

Komet Tschuri Es waren die nicht rich­tig oder über­haupt nicht funk­tio­nie­ren­den Har­pu­nen, die den Lan­der an sei­ner ers­ten Lan­de­po­si­ti­on auf der Kome­ten­ober­flä­che fest­na­geln soll­ten. Stahl­spit­zen (eine Kup­fer Legie­rung)  mit Wider­ha­ken (Foto: DLR) soll­ten pyro­tech­nisch beim ers­ten Boden­kon­takt in die Kome­ten­ober­flä­che gerammt wer­den. Ein Seil­zug­sys­tem hät­te anschlie­ßend den Lan­der stramm mit den Har­pu­nen zusam­men gezo­gen und die Son­de mit dem Komet Tschu­ri ver­an­kert. Das klapp­te nicht. Die gerin­ge Anzie­hungs­kraft des Kome­ten gab dem feder­leich­ten Lan­der (hier nur 1 Gramm schwer) soviel Abprall­ener­gie, dass er eini­ge hun­dert Meter zurück ins All geschleu­dert wur­de und dann erst nach über 2 Stun­den rund einen Kilo­me­ter von der ers­ten Lan­de­stel­le mit einem wei­te­ren Hüp­fer auf­setz­te. Glück in die­ser Situa­ti­on. Nur etwas mehr Auf­prall­ener­gie und der Lan­der wäre auf “Nim­mer Wie­der­se­hen” in den Wei­ten des Welt­all ver­schwun­den.

 

Komet Tschuri philae–-laborNach ers­ten Tests wur­de fest­ge­stellt, dass alle 10 Instru­men­te auf dem Komet Tschu­ri ein­wand­frei arbei­ten. Jetzt muss­te die kur­ze Zeit bis zum “Black­out” genutzt wer­den, um mög­lichst vie­le Daten an Roset­ta zu fun­ken. Mit die­sen Gerä­ten (Foto: DLR/Blick in Phil­ae) wer­den die orga­ni­schen Mate­ria­li­en im Kome­ten­kern ana­ly­siert. Sei­ne Haupt­auf­ga­be ist die Bestim­mung der che­mi­schen Ele­men­te und deren Iso­to­pe, der che­mi­schen und mine­ra­lo­gi­schen Zusam­men­set­zung der Kome­ten­ober­flä­che und der dar­un­ter lie­gen­den Schich­ten. In einem Ofen wer­den die Boden­pro­ben bis auf +600° C erhitzt und die dar­aus ent­ste­hen­den Gase dann ana­ly­siert – und hier wur­de man fün­dig. Orga­ni­sche Mole­kü­le wur­den gefun­den. Bereits im Vor­sta­di­um der Roset­ta Mis­si­on konn­ten die Wis­sen­schaft­ler 16 ver­schie­de­ne Ami­no­säu­ren iden­ti­fi­zie­ren. Eini­ge Theo­ri­en zur Ent­ste­hung des Lebens gehen davon aus, dass orga­ni­sche Mole­kü­le aus Meteo­ri­ten oder Kome­ten die Ent­ste­hung des Lebens auf der Erde begüns­tigt oder gar erst ermög­licht haben.

Es wäre natür­lich eine Sen­sa­ti­on, wenn nicht nur ein­fa­che orga­ni­sche, son­dern kom­ple­xe­re bio­lo­gi­sche Mole­kü­le oder gar ein­fa­che Lebens­for­men unter den Par­ti­keln, gefun­den wer­den. Die Infor­ma­ti­on der Wis­sen­schaft­ler ist im Moment noch dürf­tig. Erst sol­len die Ergeb­nis­se über­prüft und dann ver­öf­fent­licht wer­den. Dazu hat man bis zu 6 Mona­te Zeit.

Es ist der Lor­beer­kranz für den oder die For­scher, erst­mals in einer renom­mier­ten Fach­zeit­schrift eine Neu­ent­de­ckung ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen. So sind ein­fach die Regeln in der Wis­sen­schaft.

Ich den­ke aber, dass bei die­sem öffent­li­chen Pro­jekt auch vor­her schon eini­ge Details durch­si­ckern. Es bleibt aber trotz­dem ein rie­si­ger Erfolg – als Euro­pä­er, erst­mals den bis­her füh­ren­den Welt­raum-Natio­nen USA und Russ­land einen Schritt vor­aus zu sein. Schon die erfolg­rei­che Lan­dung auf dem Komet Tschu­ri war gran­di­os. Es bleibt wei­ter span­nend – ich blei­be am Ball.

2
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
CharleneKarlheinz Meyer Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Karlheinz Meyer
Gast
Karlheinz Meyer

So wie es heißt, wur­de auch die Gegen­pro­be posi­tiv getes­tet. Der Phil­ae hat­te gera­de noch soviel Ener­gie, um die Ergeb­nis­se an sei­nen Mut­ter­sa­tel­li­ten zu sen­den. Es dürf­te span­nend blei­ben.
Gruß
Karl­heinz

Charlene
Gast

Die Vor­freu­de auf C/2012 S1 ISON ist bei mir schon da!Er le4sst sich ne4mlich bereits bth­ca­boeen (wenn der Him­mel mal klar ist).Er steht momen­tan gfcns­tig im Stern­bild Zwil­lin­ge. Lei­der liegt sei­ne Hel­lig­keit abe­r­erst bei 14,4 mag, und die Koma weist einen Duch­mes­ser von etwa 0,3 auf.Also defi­ni­tiv noch kein Vor­zei­ge-Objekt.