Nahaufnahme eines heranrasenden Kometen

Der Komet Churyumov Gerasimenko (kurz Tschuris)

Je wei­ter sich die Roset­ta Raum­son­de dem Kome­ten Tschu­ris nähert, des­to fei­ne­re Details wer­den sicht­bar. Auf­ge­nom­men wur­den die­se jüngs­ten Fotos (DLR) am 7. August 2014 aus 104 Kilo­me­ter Ent­fer­nung. Der Roset­ta-Orbi­ter befin­det sich inzwi­schen in einer Umlauf­bahn um den Kome­ten Chu­ryu­mov Gerasi­men­ko.

Jetzt gilt es einen geeig­ne­ten Lan­de­platz für den Lan­der Phil­ae zu fin­den. Am 11. Novem­ber 2014 soll der Lan­der auf der Ober­flä­che des Kome­ten lan­den. Der Komet hat eine ganz ande­re Ober­flä­che als ursprüng­lich von den Kome­ten­for­schern des Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) ver­mu­tet – so Dr Ekke­hard Kührt. Nicht nur die außer­ge­wöhn­li­che Form des Kome­ten, son­dern die unre­gel­mä­ßig geform­te und sehr raue Ober­flä­che – fes­tes Gestein und Hal­den von Sand und Staub – aber kaum Eis, sind aus die­ser Ent­fer­nung zu erken­nen. Es wird nicht ein­fach eine geeig­ne­te und siche­re Lan­de­flä­che für den Lan­der Phil­ae zu fin­den.

 

Die Aus­schnitt-Ver­grö­ße­rung aus dem Mit­tel­teil des Tschu­ri, zeigt eine stei­le Fels­wand, die sicher eini­ge hun­dert Meter fast senk­recht ansteigt. Der Boden ist mit abge­brö­ckel­ten Seg­men­ten und Staub gefüllt. Es gibt auch Ris­se, Kra­ter und abge­stürz­te Fels­bro­cken. Deut­lich zu erken­nen eine Viel­zahl von par­al­lel ver­lau­fen­den Lini­en. Ob es Ent­gasungs­ka­nä­le oder alte Struk­tu­ren die bereits bei der Kome­ten- Ent­ste­hung ent­stan­den sind, gilt es noch zu klä­ren. Es wird eine inter­es­san­te Mis­si­on, wenn erst­mals in der Geschich­te der Mensch­heit ein Raum­kör­per auf einem Kome­ten lan­det.

Rosetta – der Kometenjäger


Das sind die aktu­ells­ten Auf­nah­men (Fotos DLR) vom Kome­ten “Tschu­ris” (67P/T Chu­ryu­mov- Gerasi­men­ko) aus ca. 100 km Ent­fer­nung.
Am 15. August gegen 11.30 (Uhr MESZ) ist die euro­päi­sche ESA Son­de “Roset­ta” nach einer Flug­zeit von über 10 Jah­ren in die Umlauf­bahn um den Kome­ten ein­ge­tre­ten.
Nach ers­ten Ein­schät­zun­gen hat der Komet eine Grö­ße von 5 x 3 km und eine Ober­flä­chen- Tem­pe­ra­tur von -70°C. Auch besteht sei­ne Ober­flä­che nicht wie ver­mu­tet aus Eis, son­dern aus Gestein und Staub. Zahl­rei­che Nar­ben und Kra­ter zeu­gen von einem regen Meteo­ri­ten­be­schuss oder von Vul­kan­ak­ti­vi­tä­ten.

 

Das will man alles näher unter­su­chen und schickt Anfang Novem­ber 2014 dem mit­ge­brach­ten Lan­der “Phil­ae” (Foto links ESA) auf die Kome­ten­ober­flä­che. Der unge­fähr 100 kg schwe­re bal­lis­ti­sche Lan­der, ist ein High-Tech-Wür­fel mit einer Kan­ten­län­ge von einem Meter und bestückt mit zehn wis­sen­schaft­li­chen Instru­men­ten. Sei­ne Haupt­auf­ga­be ist die Vor­ort Ana­ly­se des Kome­ten­ma­te­ri­als, des wohl ursprüng­lichs­ten und ältes­ten Mate­ri­als, das es in unse­rem Son­nen­sys­tem gibt.
Der Komet “Tschu­ris” ist ein rela­tiv klei­ner Kör­per mit wenig Schwer­kraft. Der Lan­der Phil­ae wiegt so auf der Kome­ten­ober­flä­che nur noch weni­ge Gramm. Beim Lan­de­an­flug könn­te er wie ein Ping­Pong abpral­len und ins All zurück geschleu­dert wer­den. Aus die­sem Grund besitzt Phil­ae zwei Har­pu­nen, die beim ers­ten Ober­flä­chen­kon­takt in den Kome­ten- Boden geschos­sen wer­den und ihn ver­an­kern.
Es ist das ers­te Mal in der Mensch­heits­ge­schich­te, dass direkt auf einem Kome­ten gelan­det wird. Erstaun­li­cher ist noch, dass Alles voll­au­to­ma­tisch erfol­gen muss. Ein Signal von der Erde zum jetzt ca. 404 Mil­lio­nen Kilo­me­ter ent­fern­ten Kome­ten, braucht selbst bei Licht­ge­schwin­dig­keit eine hal­be Stun­de.
Es bleibt also span­nend, was auf  Tschu­ris so alles gefun­den wird. Wahr­schein­lich gibt es Was­ser -Aber, aus was besteht der Kome­ten­kern? 

Gibt es oder gab es akti­ve Vul­ka­ne?

Wie ent­steht bei Son­nen­an­nä­he­rung der Kome­ten­schweif? 

 Sind Grund­ele­men­te für Leben vor­han­den?- und noch eini­ges  mehr.

Vie­le Fra­gen – die tech­ni­schen Gerä­te zur Unter­su­chung sind alle an Bord. Ich den­ke wir wer­den eini­ge Über­ra­schun­gen erle­ben. Ich blei­be am Ball.

Wer sich die über 10 jäh­ri­ge Ent­wick­lung des Kome­ten­jä­ger Roset­ta näher Anschau­en möch­te, hier das ESA Video:

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