Rendezvous über den Kanaren

Rendezvous über den Kanaren

Weltraum-Nachschub für die ISS

progress-dockUm 9.08 Uhr ETD oder 14.09 Uhr MEZ (13.09 Uhr Kana­ri­sche Zeit) kam es heu­te zu einem Welt­raum Ren­dez­vous über den Kana­ren. In 261 Mei­len Höhe dock­te die unbe­mann­te rus­si­sche Pro­gress 57 erfolg­reich an der Welt­raum­sta­ti­on ISS an (Foto: Andock­ma­nö­ver NASA). Der Raum­trans­por­ter lie­fert fast drei Ton­nen Lebens­mit­tel, Treib­stoff, Sauer­stoff und Expe­ri­men­tier­hard­ware für die sechs Mit­glie­der der auf der ISS arbei­ten­den Crew an. Die Sojus-Rake­te star­te­te am Vor­mit­tag ohne Pro­ble­me vom Welt­raum­bahn­hof Bai­ko­nur aus. Unse­re Sys­te­me arbei­ten zuver­läs­sig wie geplant – ver­kün­de­te nicht ohne Stolz und etwas Iro­nie das rus­si­sche Raum­fahrt­zen­trum.

Das zweite Rendezvous über den Kanaren schlug fehl

Rendezvous über den KanarenNicht soviel Glück hat­te ges­tern Abend die ame­ri­ka­ni­sche NASA mit dem Start ihres Raum­frach­ter “Cyg­nus”. Für sie gab es kein Ren­dez­vous über den Kana­ren oder dem Atlan­tik. Die Ant­ares-Rake­te explo­dier­te um 23.22 Uhr MEZ nur weni­ge Sekun­den nach dem Start vor der Küs­te von Vir­gi­nia. In einem rie­si­gen Feu­er­ball ver­brann­ten 167 Mil­lio­nen Euro Ent­wick­lungs- und Inves­ti­ti­ons­kos­ten. Die “Cygnus”-Versorgungskapsel des pri­va­ten Unter­neh­mens Orbi­tal Sci­en­ces hät­te eben­falls etwa 2,2 Ton­nen Mate­ri­al zur Raum­sta­ti­on ISS brin­gen sol­len. Ob bei der Explo­si­on die Start­ram­pe beschä­digt wur­de, soll in den nächs­ten Tagen noch unter­sucht wer­den. Die NASA ist im Augen­blick nach dem Ende des Shut­tle-Pro­gramm nicht in der Lage, selbst Mate­ri­al­nach­schub oder Astro­nau­ten ins All zu beför­dern.

Antares-RaketePri­va­te Unter­neh­men füh­ren seit meh­re­ren Jah­ren im Auf­trag der Nasa Ver­sor­gungs­flü­ge zur ISS aus. Orbi­tal Sci­en­ces hat einen Ver­trag im Umfang von rund 1,5 Mil­li­ar­den Euro mit der Nasa abge­schlos­sen, der ins­ge­samt acht Ver­sor­gungs­mis­sio­nen vor­sieht. Der geschei­ter­te Start in der ver­gan­ge­nen Nacht war Flug Nr. 4. Ob das sich für die ame­ri­ka­ni­sche Regie­rung auf Dau­er rech­net, ist zu bezwei­feln. Die Rus­sen haben trotz der poli­ti­schen Span­nun­gen mit den USA ihre tech­ni­sche Hil­fe ange­bo­ten. Sie wol­len mit ihren Pro­gress Raum­trans­por­tern das nun feh­len­de Mate­ri­al zur ISS schaf­fen. Auf dem Foto (NASA) ist die noch hei­le Ant­ares Rake­te mit ihrer Nutz­last “Cyg­nus” auf der Spit­ze auf dem Roll out zur Start­ram­pe zu sehen.

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