Roque de los Muchachos: Sensationelle Entdeckung

Roque de los Muchachos

Schwarzes Loch lässt Blitz entweichen.

Roque de los MuchachosMit dem Magic Gam­ma­strah­len Tele­skop auf dem Roque de los Much­achos hier auf La Pal­ma konn­te erst­mals ein gigan­ti­scher Blitz aus einem schwar­zen Loch beob­ach­tet wer­den. Am 14. Novem­ber wur­den die Wis­sen­schaft­ler für 5 Minu­ten Zeu­ge, wie eine flam­men­de Säu­le aus einem Schwar­zen Loch her­vor schoss. Der hoch­en­er­ge­ti­sche Blitz von schät­zungs­wei­se 100.000 Licht­jah­ren Län­ge wur­de in der 260 Mil­lio­nen Licht­jah­re vom Roque de los Much­achos ent­fern­ten Gala­xie IC 310 beob­ach­tet.

Es ist nach dem aktu­ell phy­si­ka­li­schen Wis­sens­stand prak­tisch und theo­re­tisch unmög­lich, dass Licht über­haupt aus einem Schwar­zen Loch ent­wei­chen kann.

Ein Schwar­zes Loch ist ein astro­no­mi­sches Objekt, des­sen Gra­vi­ta­ti­on so extrem stark ist, dass aus die­sem Raum­be­reich nichts – auch kein Licht­si­gnal – nach außen gelan­gen kann. Nach der All­ge­mei­nen Rela­ti­vi­täts­theo­rie ver­formt eine aus­rei­chend kom­pak­te Mas­se die Raum­zeit so stark, dass sich ein Schwar­zes Loch bil­det” (nach Wiki­pe­dia).

Was wurde auf dem Roque de los Muchachos gesehen?

Roque de los MuchachosIn der beob­ach­te­ten Gala­xie IC 310 befin­det sich ein Schwar­zes Loch mit einer Mas­se von einer Mil­li­ar­de Son­nen (Gra­fik NASA) mit einer Grö­ße von 450 Mil­lio­nen Kilo­me­tern im Durch­mes­ser. Die star­ke Gra­vi­ta­ti­on und Zusam­men­bal­lung von Mas­sen ver­schluckt alle in Reich­wei­te kom­men­den Ele­men­te.

Und doch scheint es mög­lich zu sein, dass beson­ders star­ke Plas­ma­ent­la­dun­gen dem Wür­ge­griff der Gra­vi­ta­ti­on ent­kom­men kön­nen. Es ist eine sen­sa­tio­nel­le Ent­de­ckung, was die inter­na­tio­na­len For­scher, dar­un­ter auch Astro­no­men der Schwei­zer ETU Zürich und Gen­fer Uni­ver­si­tät, auf dem Roque de los Much­achos beob­ach­tet und auf­ge­zeich­net haben. Ein­steins All­ge­mei­ne Rela­ti­vi­täts­theo­rie müss­te dem­nach umge­schrie­ben oder ergänzt wer­den.

Es war der Phy­si­ker Ste­phen W. Haw­king, der eng­li­sche im Roll­stuhl gefes­sel­te Genie, der als Ers­ter eine neue Mög­lich­keit ins Spiel brach­te. Nach sei­ner Theo­rie, kön­nen Schwar­ze Löcher Mate­rie nicht nur schlu­cken, son­dern auch wie­der frei­set­zen, wenn bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen. Die soge­nann­ten pri­mor­dia­le Schwar­ze Löcher die sich bereits beim Urknall in Raum­be­rei­chen gebil­det haben, wären dazu in der Lage. Viel­leicht bestä­ti­gen jetzt die auf dem Roque de los Much­achos gemach­ten Beob­ach­tun­gen sei­ne Theo­rie.

Quel­len­nach­wei­se: Uni­ver­si­tät Würz­burg “Wet­ter­leuch­ten am Ereig­nis­ho­ri­zont” und Scin­ce Maga­zin “Black Hole Light­ning”.

Es ist schon erstaun­lich, was für eine astro­no­mi­sche Spit­zen­ein­rich­tung auf unse­rem höchs­ten Berg dem Roque de los Much­achos auf La Pal­ma steht. Am Obser­va­to­rio Astro­fi­si­co sind ins­ge­samt 19 Natio­nen mit 14 Tele­sko­pen betei­ligt. Nicht alle Pal­me­ros ken­nen die­se auf der nörd­li­chen Erd­halb­ku­gel größ­te astro­no­mi­sche Ein­rich­tung. Noch Weni­ger konn­ten bis­her einen Blick in eines der Tele­sko­pe wer­fen … und kaum jemand kennt deren Auf­ga­ben und die erziel­ten phä­no­me­na­len Ergeb­nis­se die alte wis­sen­schaft­li­che Lehr­sät­ze in Fra­ge stel­len. So war es auch der ers­te erfolg­rei­che “Beam­ver­such”, der Mate­rie im 100 km ent­fern­ten Tene­rif­fa wie von Zau­ber­hand wie­der erste­hen lies. Hier zu mei­nem dama­li­gen Bei­trag.

Das ers­te gro­ße atmo­sphä­ri­sche Ima­ging Che­ren­kov-Tele­skop MAGIC-I mit einer Spie­gel­flä­che von 236 m² wur­de im Jah­re 2003 in Betrieb genom­men. 2009 wur­de das zwei­te Tele­skop Magic II in 85 Meter Abstand instal­liert. Die­se Kom­bi­na­ti­on macht die Magic Tele­sko­pe im Ver­bund zu dem größ­ten und leis­tungs­stärks­ten Gam­ma­strah­len Tele­skop auf unse­rer Erde.

Anläss­lich einer astro­no­mi­schen Exkur­si­on mit Hob­by­as­tro­no­men vor eini­gen Wochen, konn­te ich eini­ge Schnapp­schüs­se ein­ge­fan­gen.

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