Kanaren Vulkane harmlos oder gefährlich?

Vulkanausbruch Japan (Kanarische Vulkane

Nicht nur die Kanaren Vulkane sind aktiv.

Eine oft gestell­te Fra­ge, die ich ein­mal ver­su­che zu beant­wor­ten. Grund­sätz­lich sind Vul­ka­ne harm­los solan­ge sie “Schla­fen”. Auch in Deutsch­land gibt es eine Rei­he von ruhen­den, aber noch nicht gänz­lich erlo­sche­nen Vul­ka­nen (z.B. in der Vul­kan­ei­fel) die im Moment kei­nen Kum­mer berei­ten. Dann haben wir in West­eu­ro­pa die akti­ven Vul­ka­ne wie der vor kur­zem aus­ge­bro­che­ne Bar­bardun­ga in Island, Ätna, Vesuv oder Strom­bo­li in Ita­li­en und die Kana­ren Vul­ka­ne wie auf El Hier­ro. Wenn die­se Vul­ka­ne über­wacht wer­den, kann recht­zei­tig vor einer Erup­ti­on gewarnt wer­den.

Die plötzliche Eruption des Vulkan Ontake

Jedoch nicht immer wer­den die Vor­zei­chen einer Vul­kan Erup­ti­on erkannt oder rich­tig gedeu­tet. Das jüngs­tes Bei­spiel haben wir am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de in Japan erlebt.

Vulkanausbruch Japan (Kanaren News)31 tote Wan­de­rer und eine unbe­kann­te Anzahl an Ver­letz­ten. Das ist die vor­läu­fi­ge Bilanz beim Aus­bruch des 3067 Meter hohen Vul­kan Onta­ke, rund 210 Kilo­me­ter west­lich von Tokio. Pyro­klas­ti­sche Strö­me und der Aus­wurf gro­ßer Lava Schla­cken (Foto: MyVi­deo) haben die 250 Wochen­end Wan­de­rer über­rascht. Zuletzt war der Vul­kan Onta­ke im Jah­re 1979 aus­ge­bro­chen. Es gab Erd­stö­ße und klei­ne Schwarm­be­ben bis ML3,0 um den Vul­kan in der letz­ten Woche. Die zustän­di­ge Meteo­ro­lo­gi­ca Agen­cy von Japan hat aber die­sen Anzei­chen kei­ne Bedeu­tung bei­gemes­sen und die unters­te Warn­stu­fe 1 belas­sen. Am Sonn­tag nach der Erup­ti­on wur­de die Warn­stu­fe 3 ver­hängt und das Gebiet weit­räu­mig abge­sperrt. Zu spät für vie­le Wan­de­rer. Am Ende des Bei­tra­ges kön­nen Sie das Augen­zeu­gen Video anse­hen (Dan­ke an Car­los Ber­nal u. Peter Kocks­holt für die Hin­wei­se).

Aktive Vulkane in Japan (Kanaren Vulkane)Hin­wei­se waren vor­han­den. Aber viel­leicht kei­ne ein­deu­tig kla­ren Indi­zi­en für eine bevor­ste­hen­de Erup­ti­on. Schwarm­be­ben deu­ten immer auf einen Mag­ma­fluss hin. Ob die Mag­ma­strö­me dabei bis zur Erd­ober­flä­che vor­drin­gen, kann nie­mand vor­her­sa­gen. Der Vul­kan Berg war ein belieb­tes Frei­zeit­ge­biet für Alpi­nis­ten, Vul­kan­freun­de und Wan­de­rer. Also für nicht lebens­not­wen­di­ge Akti­vi­tä­ten – die nächs­ten Wohn­or­te lie­gen wei­ter ent­fernt.

Anzei­chen für eine erhöh­te vul­ka­ni­sche Akti­vi­tät waren also vor­han­den. Ob viel­leicht wirt­schaft­li­che Inter­es­sen wie z.B. der Tou­ris­mus nicht gestört wer­den soll­te, wis­sen nur die Ent­schei­dungs­trä­ger vor Ort. Sicher ist es auch nicht ganz leicht bei solch einer beben­ak­ti­ven Insel wie Japan, noch den Über­blick zu behal­ten. Auf der MAJ Kar­te oben sind allein die am ver­gan­ge­nen Sams­tag regis­trier­ten Erd­be­ben auf­ge­lis­tet. Quer durch Japan gab es zahl­rei­che Erd­stö­ße.

Kann das auch bei den Kanaren Vulkane passieren?

Auch alle Kana­ren Vul­ka­ne wer­den stän­dig über­wacht. Selbst die Japa­ner hel­fen hier aus. Als Land mit der größ­ten Natur­ka­ta­stro­phen- Erfah­rung (Erdbeben,Tsunami, Vul­ka­ne) unter­hält die Uni­ver­si­tät Nago­ya auf den Kana­ren das GPS Über­wa­chungs-Sys­tem für die Ober­flä­chen Ver­for­mun­gen.

Es drängt sich jetzt natür­lich sofort die Fra­ge auf – “Was kann das hel­fen, wenn die Japa­ner im eige­nen Land von einer Vul­ka­nerup­ti­on über­rascht wer­den”.

Es ist nicht die Wis­sen­schaft die letzt­end­lich über eine Eva­ku­ie­rung oder Sper­rung eines Gebie­tes ent­schei­det – es sind die Poli­ti­ker im ent­spre­chen­den Kri­sen­stab. Sie ent­schei­den in Abwä­gung aller- auch wirt­schaft­li­cher – Inter­es­sen, was unter­nom­men und wel­che Infor­ma­tio­nen an die Bevöl­ke­rung gege­ben wer­den – sie­he auch L‘Aquila Erd­be­ben im April 2009 in Ita­li­en “Ent­rüs­tung unter Geo­lo­gen”.

Es gibt zwei Gebie­te bei den Kana­ren Vul­ka­ne die als beson­ders Aktiv ein­ge­stuft wer­den kön­nen. Das Mee­res­ge­biet nörd­öst­lich zwi­schen Tene­rif­fa und Fuer­te­ven­tu­ra und auf El Hier­ro. Aller­dings sind im Moment die vul­ka­ni­schen Akti­vi­tä­ten in einer Art “Däm­me­rungs­zu­stand”. Es gibt zwar täg­lich schwa­che Erd­be­ben (El Hier­ro ges­tern 4 Beben bis ML1,7), aber kei­ne Hin­wei­se auf wan­dern­de oder auf­stei­gen­de Mag­ma­strö­me.

Das ist der Moment­zu­stand, der sich auch schnell wie­der ändern kann. Es lässt sich aber an der Stär­ke und Aus­gangs­tie­fe der Beben, der Gas­emis­si­on und an den sich ver­än­dern­den GPS Boden­ver­for­mungs- Wer­ten recht­zei­tig able­sen, ob eine neue Akti­vi­täts­pha­se im Gan­ge ist. Ob es dann zu einer Erup­ti­on kommt, liegt im Ermes­sen der Natur.

Jeder Vul­kan, auch die Kana­ren Vul­ka­ne, sind gefähr­lich. Die Stär­ke eines Aus­bruch hängt nicht nur von der Mag­ma Zusam­men­set­zung ab. Auf einer Insel ist es auch ent­schei­dend, ob die Erup­ti­on in den Ber­gen oder in Küs­ten­nä­he statt­fin­det. Sobald viel Was­ser mit ins Spiel kommt, kann aus einer “tro­cke­nen” Erup­ti­on, schnell eine explo­si­ve Reak­ti­on ent­ste­hen.

Im Augen­blick, so glau­be ich aber, sind von den Kana­ren Vul­ka­ne kei­ne gro­ßen Über­ra­schun­gen wie in Japan zu erwar­ten.

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