Vulkan Tagoro gibt Geheimnisse preis

Vulkan Tagoro

El Hierro – aus dem Vulkan Eldiscreto wird Tagoro -

Vul­kan Tago­ro ist jetzt der offi­zi­el­le Name des Vul­kan Eldis­cre­to vor El Hier­ro. Mein Lieb­lings­vul­kan mit dem ich mich jah­re­lang beschäf­tigt habe. Der Name wur­de von dem spa­ni­schen Insti­tut für Ozea­no­gra­fie (IEO) vor­ge­schla­gen. Ein Tagoror war zu Zei­ten der Guan­chen (auf El Hier­ro Bim­ba­ches) ein run­der Punkt oder schlicht ein Ver­samm­lungs­platz.

Vul­kan Tago­ro ist ein tref­fen­der Name der gut zu El Hier­ro passt. Wie damals die Bezeich­nung Eldis­cre­to zustan­de kam, kann in mei­nen alten Auf­zeich­nun­gen nach­ge­le­sen wer­den – Eldis­cre­to

Vie­le Unter­su­chun­gen und inter­na­tio­na­le For­schungs­pro­jek­te wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rund um den Vul­kan Tago­ro durch­ge­führt. Ein jun­ger Unter­was­ser­vul­kan an dem Live die Ent­wick­lung und Ver­än­de­rung der Mee­res­flo­ra und -fau­na, der geo­lo­gi­sche und vul­ka­ni­sche Fort­schritt und sei­ne Bio­gra­fie in Echt­zeit erforscht wer­den kann.

Vulkan TagoroAus dem einst bio­lo­gisch toten Vul­kan von 2011/12 hat sich ein quir­lig leben­di­ger Schlot ent­wi­ckelt. 286 Meter misst die Vul­kan­hö­he bis zur Spit­ze. Es feh­len noch 89 Meter bis zur Mee­res­ober­flä­che. Nach Unter­su­chun­gen quol­len unge­fähr 0,329 Kubik­ki­lo­me­ter vul­ka­ni­scher Mate­ria­li­en (geschätz­te Volu­men des Kegels) aus.

Die Basis des Vul­kan hat eine Teil­kreis­form von 738 zu 950 Metern und eine Stei­gung von 18,4 Grad. Auf der Spit­ze haben sich wie eine neue Stu­die ergab (ver­öf­fent­licht im US Fach­blatt “Geo­che­mie, Geo­phy­sik, Geo­sys­tems”) , soge­nann­te „Hor­ni­tos“ von bis zu 5 Meter Höhe gebil­det. Pyra­mi­den oder Tür­me die durch über­schwäng­li­che und hydro­ther­ma­le Aggre­ga­ti­on in der End­pha­se des Vul­kan­aus­bruch ent­stan­den sind.

Ins­ge­samt wur­den bis heu­te min­des­tens fünf Schlo­te ent­deckt. Auch ein erup­ti­ver Punkt an der West­spit­ze der Insel. Damals von der Pevol­ca bestrit­ten, aber 2012 mit eige­nen Augen beob­ach­tet und doku­men­tiert.

Neues Bakterium entdeckt

Vulkan TagoroIn tie­fe­ren Berei­chen sind die Eisen­ab­la­ge­run­gen nun durch eine Schicht aus „oran­ge flakes“ mit bak­te­ri­el­ler Akti­vi­tät bedeckt ist. Von mm bis cm dicke hydro­ther­misch abge­lei­te­te Fe-Oxy­hy­dro­xid-geschich­te­te Krus­ten.

Eine Eisen- und Kie­sel­säu­re-Gela­ti­ne-Abla­ge­rung als Bau­stoff für neu­es Leben. Durch vie­le Bla­sen und  Micro-Rit­ze drin­gen noch heu­te Gase aus.

Zahl­rei­che Löcher und Spal­ten wer­den von Gar­ne­len und Morä­nen inzwi­schen bewohnt. Mit einem fern­ge­steu­er­ten Fahr­zeug (ROV) fan­den For­scher ein unbe­kann­tes Bak­te­ri­um. Sie nann­ten es “Haar der Venus” oder wis­sen­schaft­lich Thio­l­a­va Vene­ris. Ein neu­es Bak­te­ri­um das ein gan­zes Öko­sys­tem (eine Gemein­schaft von Lebe­we­sen in einer bestimm­ten Umge­bung) bil­det. Die­se neue Spe­zi­es sei beson­ders viel­sei­tig ein­setz­bar – so die Wis­sen­schaft­ler.

Es lebt nicht nur von Schwe­fel­was­ser­stoff, son­dern kann auch orga­ni­sche Sub­stan­zen, Nitrat und Sauer­stoff ver­wen­den. Eine Kul­tur die dort lebt, wo rei­che Ener­gie­quel­len knapp sind. Es steht an der Anfangs­stu­fe der Nah­rungs­ket­te.

Vulkan Tagoro

Lebens-Explosion um den Vulkan Tagoro

Die Mee­res­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on  Oceana hat im süd­li­chen Umfeld des Vul­kan Tago­ro Rie­sen-Aus­tern, Fleisch fres­sen­de Schwäm­me und Fische mit sechs Augen ent­deckt. Krea­tu­ren die vor­her dort noch unbe­kannt waren.

Vulkan TagoroIn den tie­fe­ren Berei­chen, zwi­schen 500 und 700 Metern vor dem Leucht­turm Orchil­la wur­de die rie­si­ge Aus­ter Neo­py­cnodon­te zibro­wii gefun­den. Eine Spe­zi­es die bis zu 20 Zen­ti­me­tern groß wird und eine Lebens­zeit von 500 Jah­ren erreicht.

Vul­ka­ne töten nur pri­mär Leben. Durch ihre Akti­vi­tät schaf­fen sie neu­es Leben und sind auch der Grund­bau­stein für unse­re Exis­tenz.

Wann hat man schon die Mög­lich­keit direkt vor der Haus­tür die­sen Ent­wick­lungs­vor­gang zu erle­ben und zu beob­ach­ten. Vie­les spielt sich natür­lich in gro­ßer Mee­res­tie­fe ab und kann nur mit Robo­tern unter­sucht und beob­ach­tet wer­den. Das Wachs­tum des Lebens macht sich aber auch für die Tau­cher und Fischer auf El Hier­ro bemerk­bar. Immer grö­ße­re Fische, rie­si­ge Fisch­schwär­me und Wale und Haie tau­chen in Küs­ten­nä­he -auch vor La Pal­ma- auf.

…und eini­ges davon lan­det letzt­end­lich in der Nah­rungs­ket­te des Men­schen …auf dem Tel­ler. Mehr zu Geheim­nis­vol­les El Hier­ro

 

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