Erdbeben bei verändertem Grundwasser?

Bardarbunga Eruption Webcam Island

Erdbeben Indikator bei erhöhten chemischen Wasserwerten.

Die che­mi­sche Zusam­men­set­zung von Grund­was­ser ändert sich vor einem Erd­be­ben. Das fan­den nun Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Stock­holm her­aus. For­schungs­ob­jekt war eine hei­ße Quel­le auf Island. Fünf Jah­re lang ent­nah­men die Geo­lo­gen wöchent­lich aus 100 Meter tie­fe Was­ser­pro­ben. Unter­sucht wur­den die Pro­ben auf die Iso­to­pe Sauer­stoff-18 und Was­ser­stoff-2 (Deu­te­rin).

Bardarbunga Eruption nach Erdbeben

Links ein Screen aus dem aktu­el­len ZDF Video von Rein­hard Wur­zel zur Erup­ti­on des Bardar­bun­ga auf Island. Das kom­plet­te und inter­es­san­te Video fin­den Sie wei­ter unten.

 

Bereits Mona­te vor einem star­ken Beben stie­gen die­se Wer­te auf neu­en Höchst­stand an und hiel­ten bis zum Erd­stoß das hohe Level. Ab April 2012 schnell­te der Was­ser­stoff-2 Wert in die Höhe. Im Okto­ber 2012 gab es im Mess­ge­biet ein ML5,6 Erd­be­ben. Genau­so im Febru­ar 2013 und zwei Mona­te spä­ter im April ein ML5,5 Erd­be­ben. Auch der Natri­um Gehalt des Grund­was­sers hat­te sich erhöht.

Gut – es kann jetzt Zufall gewe­sen sein, aber auch auf El Hier­ro wur­den vor der Eldis­cre­to Erup­ti­on mit star­ken Erd­be­ben, höher Was­ser­wer­te gemes­sen.

Ein star­kes Erd­be­ben kommt nicht aus hei­te­rem Him­mel. Zur Aus­lö­sung eines ent­spre­chen­den Erd­stoß müs­sen sich im Unter­grund bereits Kräf­te sum­miert haben, die klei­ne Ris­se und Spal­ten bil­den und das Gestein unter Druck set­zen. Durch die­se Spal­ten kann Grund­was­ser in tie­fe­re Regio­nen vor­drin­gen und ande­re Mine­ra­li­en aus dem Gestein lösen. Die­ses neue Mischungs­ver­hält­niss ist dann mess­bar. Ein Erd­be­ben oder eine Vul­ka­nerup­ti­on lässt sich damit aber nicht sicher vor­aus sagen. Es ist nur ein wei­te­res Indiz – neben dem Seis­mo­gra­fen, der GPS Ober­flä­chen­ver­for­mung und den sich ver­än­dern­den Koh­len- und Schwe­fel­di­oxid- Wer­ten in der Atmo­sphä­re, die auf eine gra­vie­ren­de Ände­rung im geo­lo­gi­schen Unter­grund hin­wei­sen.

Der Wink der Natur mit dem Zaun­pfahl … und das soll­te der Mensch auch ernst neh­men. Ein Früh­in­di­ka­tor den man nur rich­tig deu­ten muss. Oft haben sich dann star­ke Erd­be­ben oder eine vul­ka­ni­sche Erup­ti­on in der Fol­ge­zeit ein­ge­stellt.

Oder auch mys­te­riö­se Licht­erschei­nun­gen die in der Ver­gan­gen­heit vor Erd­be­ben beob­ach­tet wur­den. Durch die Gesteins­rei­bung kön­nen elek­tri­sche Span­nun­gen auf­ge­baut wer­den, die sich bei hoher Kon­zen­tra­ti­on über die Luft­mo­le­kü­le in sicht­ba­rem Licht ent­la­den.

Auch gibt es Men­schen die förm­lich bevor­ste­hen­de Erd­be­ben rie­chen oder spü­ren kön­nen. Es sind viel­leicht Span­nun­gen oder noch nicht bekann­te Gas-Aus­düns­tun­gen die für beson­ders sen­si­ble Mit­men­schen wahr­nehm­bar wer­den. Bei Tie­ren wur­de dies schon teil­wei­se nach­ge­wie­sen.

Hier gibt es noch viel For­schungs­be­darf. Eini­ges wird heu­te noch mit “Spin­ne­rei” oder “Pseu­do­wis­sen­schaft” abge­tan. Ich bin mir aber sicher, dass sich eini­ge Rät­sel in Kür­ze auch phy­si­ka­lisch erklä­ren las­sen. Schließ­lich war unse­re Erd­ku­gel auch mal eine Plat­te und der Mit­tel­punkt der Welt.

Hubschrauberflug über die Eruptionsspalte des Bardarbunga

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