Vulkanenergie im Überfluss

Vulkanenergie

99 % unserer Erde ist heißer als 1000 °C

Die Son­ne bräuch­te eini­ge Mil­lio­nen Jah­re, um uns die glei­che Men­ge an Wär­me­en­er­gie zu sen­den. Kaum zu glau­ben, aber wir leben auf der dün­nen Erd­krus­te die gera­de abge­kühlt ist. Nur weni­ge Kilo­me­ter unter unse­ren Füßen wird es heiß. Sehr heiß – und wenn noch eine Mag­mab­la­se wie unter El Hier­ro dabei ist, kann die Vul­ka­nener­gie schnell in nur 5 km Tie­fe 1000 bis 1100 °C errei­chen.

VulkanenergieAuch ohne Mag­ma­kam­mer ist es in 400 km Tie­fe in der Über­gangs­zo­ne bereits zwi­schen 1500 und 1700 °C heiß. Das stei­gert sich immer wei­ter bis zum Erd­mit­tel­punkt in 6371 km Tie­fe auf 4900 °C (Gra­fik: ESA).
Mit die­ser Wär­me soll­te sich doch etwas anfan­gen las­sen.
Zumin­dest theo­re­tisch könn­te die im Erd­ball gefan­ge­ne Ener­gie unser Ener­gie-Pro­ble­me auf vie­le tau­send Jah­re lösen. Noch sind wir aber nicht so weit. Die tiefs­te Boh­rung erreich­te 1994 auf der rus­si­schen Kola Halb­in­sel gera­de mal 12 km Tie­fe. Dann boh­ren wir doch ein­fach eine Mag­ma­kam­mer an, die wir errei­chen kön­nen und nut­zen die Vul­ka­nener­gie.

Welt­weit gibt es unzäh­li­ge Vul­ka­ne. Dar­un­ter auch so genann­te Super­vul­ka­ne wie bei Nea­pel, in Neu­see­land, im rus­si­schen Kamt­schat­ka oder in Japan. Allein der Yel­low­stone Super­vul­kan hat eine Aus­deh­nung von 55x21 km. Er liegt in erreich­ba­rer Tie­fe von 7800 bis 14300 m Tie­fe. Bei einem Aus­bruch wür­de nach Schät­zun­gen so viel Vul­ka­nener­gie frei­ge­setzt, wie 1000 Hiro­shi­ma-Atom­bom­ben erzeu­gen … und das pro Sekun­de. Davon soll­te man dann doch lie­ber die Fin­ger las­sen. Der star­ke Druck in einer Mag­ma­kam­mer könn­te ein nicht ein­zu­schät­zen­des Infer­no aus­lö­sen und nicht mehr zu stop­pen sein.

Viel­leicht erle­ben wir bei den jetzt gera­de gestar­te­ten Erd­öl­boh­run­gen vor Fuer­te­ven­tu­ra eine wie es dann sicher heißt, nicht vor­her­seh­ba­re Kom­pli­ka­ti­on. Hier wird wohl kei­ne Mag­ma­kam­mer ange­bohrt, aber die Boh­run­gen erfol­gen in einem Gebiet, das von Mag­ma­ka­nä­len in unbe­kann­ter Tie­fe durch­zo­gen ist. Die­ses Rest­ri­si­ko nimmt aber Madrid in Kauf.

Nutzung der Vulkanenergie möglich?

Geo­ther­mie­boh­run­gen gibt es bereits in Deutsch­land, Island und wei­te­ren Län­dern. Aber man sieht auch bei gerin­ger Tie­fen­boh­rung bereits die Risi­ken von auf­tre­ten­den Erd­be­ben wie in der Schweiz oder im Elsass. Mit jedem Meter nimmt die Hit­ze und der Druck zu und ist nicht mehr beherrsch­bar. Allein ein­tre­ten­des Was­ser in nicht bekann­te unter­ir­di­sche Gips­la­ger kön­nen wie im Schwarz­wald mehr Scha­den als Nut­zen brin­gen. Bei einer Mag­mab­la­se sind die­se Aus­wir­kun­gen aber noch viel dra­ma­ti­scher. Es ist also nicht mög­lich die Vul­ka­nener­gie so ein­fach zu nut­zen.

Aktuelle Vulkanaktivität auf El Hierro

IGN Grafik El HierroEs ist ruhig – aber nicht ganz ruhig. Bestän­di­ge Beben unter El Hier­ro bis ML2,6 aus 15 km Tie­fe im Süden am 18. Okto­ber oder Tage mit bis zu 5 leich­ten Erd­stö­ßen (sie­he IGN Gra­fik) blei­ben an der Tages­ord­nung. Die jet­zi­ge “Ruhe­pha­se” dau­ert schon zu lan­ge. Den letz­ten Vul­ka­nener­gie – Push gab es im März 2014. Ich traue dem Frie­den nicht, obwohl es zu wün­schen wäre. Der Druck und die GPS Ver­for­mungs­wer­te hal­ten wei­ter ihr hohes Niveau und deu­ten noch nicht das Ende an.

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